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Kahlschlag auf dem Kopf-Haarausfallursachen, Behandlungsmöglichkeiten und Haartransplantationen

Haarausfall – die ersten Anzeichen sind zumeist schleichend und werden oft gar nicht wahrgenommen. Einige Haare mehr in der Bürste? Es wird sich wohl um den sogenannten, saisonalen Sommer-Haarausfall handeln. Zeigen sich aber die ersten Ausdünnungen und die Kopfhaut schimmert durch oder es bilden sich Geheimratsecken aus, erleben viele Betroffene einen Moment der regelrechten Panik. Eine Lösung muss her, man hofft auf eine kurzfristige Besserung, die Ernüchterung aber folgt umgehend, denn erblich bedingter Haarausfall (androgenetische Alopezie) ist unheilbar. Es stehen unterschiedliche Therapiemöglichkeiten gegen die diversen Haarausfall-Ursachen zur Verfügung. Im Falle des erblich bedingten Haarausfalls kann jedoch lediglich eine Haartransplantation (Eigenhaarverpflanzung) eine dauerhafte Verbesserung bieten.

Lesen Sie bei Hairforlife, wie Haarausfall-Ursachen unterschieden werden und welche Mittel und Therapien derzeit als angeblich erfolgversprechend verordnet werden. Nachfolgend einige Informationen für Sie zur Übersicht:

Kahlschlag auf dem Kopf – Diagnose: Erblich bedingter Haarausfall

Geheimratsecken, Glatze, schütteres Haar: Damit sollen sich die Betroffenen abfinden, so hört man es in vielen dermatologischen Arztpraxen. Die Veranlagung dazu steckt zwar bereits in den Genen und ist somit nicht beeinflussbar, jedoch besteht die Möglichkeit, mittels Behandlungen und Therapien gegen den Haarausfall, gegen kahle Stellen und Geheimratsecken vorzugehen.

Fast unbemerkt setzt der Haarausfall zunächst ein, längst nicht jeder bemerkt die Erkrankung von Beginn an. Menschen verlieren stets Haare – an allen Stellen des Kopfes und auch permanent. Das ist als absolut normal zu werten und stellt somit auch zunächst keinen Grund zur Sorge dar. Haare verweilen nicht lebenslang auf unseren Köpfen, sie ersetzen sich im Mittel nach etwa 6 Jahren. Daraus resultiert, dass jeder Mensch bis zu 100 Haare pro Tag verlieren kann – teils können auch temporär mehr Haare ausgehen. Dies zeigt sich insbesondere im Frühjahr und/oder Herbst (saisonaler Haarausfall), ebenso können hormonelle Schwankungen die Ursache darstellen, warum sich der Kopf plötzlich ein wenig lichtet.

Nimmt der Haarausfall jedoch drastisch zu und überschreitet den „100-Haare-Wert“ nicht nur für eine gewisse Zeit, sondern längerfristig, so beschreibt dies eine außergewöhnliche Situation, die einer ärztlichen Abklärung bedarf. Es kommen eine ganze Reihe an Ursachen infrage für Haarschwund, die Bekannteste unter ihnen ist wohl der anlagebedingte/erblich bedingte Haarausfall, auch abgekürzt AGA (androgenetische Alopezie) genannt. Andere Gründe sind unter anderem Hormonschwankungen, hierbei reagieren die Haarwurzeln besonders sensibel auf Hormone. Oder es liegt vielleicht ein Eisenmangel vor, was sich ja seitens eines Arztbesuches schnell abklären lässt. Darüber hinaus können sich beispielsweise auch Medikamente negativ auf die Haare auswirken. Krankhafter Haarausfall wird in Fachkreisen jedoch erst dann zugrundegelegt, wenn tatsächlich über einen längeren Zeitraum hinweg deutlich mehr, als 100 Haare pro Tag verloren gehen.

Dermatologen unterscheiden vier verschiedene Arten von krankhaftem Haarausfall, welche sowohl Männer, wie auch Frauen gleichermaßen betreffen können:

Anlagebedingter Haarausfall (AGA, erblich bedingter Haarausfall) zeigt sich in der Regel zunächst durch die Ausbildung sogenannter Geheimratsecken, lichter werdendem Haar am Hinterkopf oder auch durch Haarausfall in der Scheitelregion.

Kreisrunder Haarausfall (Alopecia Areata) beginnt üblicherweise mit kreisrunden kahlen Stellen auf der Kopfhaut, die man zumeist sehr schnell und in frühem Stadium ausmachen kann.

Haarausfall mit diffusem Ausfallmuster zeigt sich durch insgesamt mehr und mehr ausdünnendem Haarstatus.

Narbiger Haarausfall (vernarbender Haarausfall) hinterlässt kahle, mit kleinen Narben einhergehende Stellen auf der Kopfhaut.

Die Scheu vor dem ersten Arztbesuch wegen Haarausfalls ist oft sehr groß. Viele Betroffene warten zunächst ab und probieren etliche mittel und Wässerchen, welche wohl nahezu jeder aus Werbespots kennt. Aussitzen ist hierbei aber keine Lösung, denn in der Regel erholen sich die Haare nicht von alleine, hier sind Dermatologen gefragt und eine Abklärung der Ursache, wie auch eine Behandlungsberatung unbedingt von Nöten. Je eher ein Facharzt konsultiert wird, desto größer ist die Chance auf eine erfolgreiche Behandlung. Haare gelten medizinisch betrachtet als sogenannte Hautanhangs-Gebilde. Demzufolge sind erfahrene Dermatologen gefragt, wenn es um Haarprobleme geht (Lesen Sie auch: Wie finde ich einen Dermatologen in Deutschland?). Zur ersten Analyse und als spezielle Anlaufstelle stehen neben den niedergelassenen Dermatologen auch ausgewiesene Haarsprechstunden zur Verfügung. Diese findet man in verschiedenen, meistens großen Dermatologie-Praxen, wie aber auch in Unikliniken oder Dermatologie-Zentren, welche teils an allgemeine Krankenhäuser angeschlossen sind. Hier bestehen in der Regel mehr Möglichkeiten zur Abklärung des Haarausfalls und zur Haaranalyse, mittels verschiedener Tests kann recht schnell festgestellt werden, welche Art von Haarausfall vorliegt.

Bestimmung der Haarausfall-Ursache durch einen renommierten Dermatologen

Zunächst ist der bekannte und sogenannte „Zupftest“ zu nennen, dieser gibt dem Arzt einen ersten Hinweis auf die Ausprägung des Haarausfalls. Zwischen Daumen und Zeigefinger ergreift man dabei einen Büschel Haare, zieht sanft daran und prüft, ob sich Haare auszupfen lassen – und wie viele dies genau sind. Können Haare an verschiedenen stellen ausgezogen werden, ohne Schmerzen zu verursachen, so spricht dies für Haarausfall.

Nun wird die Haarbeschaffenheit analysiert. Dazu bedient man sich eines Trichogramms. Als Trichogramm bezeichnet man eine Untersuchungsmethode in der Medizin, welche den aktuellen Haarwurzelstatus, u.a. bei Haarausfall/Effluvium, oder das Haarverteilungsmuster bestimmen kann. Vor der Durchführung eines Trichogramms sollte zwei Wochen im Vorfeld auf Haarefärben oder Ähnliches verzichtet werden, darüber hinaus sollte die letzte Haarwäsche mindestens fünf Tage zurückliegen. Es werden um die 50–70 Haare mit einer speziellen Klemme ausgerissen (epiliert). Die anschließende mikroskopische Untersuchung analysiert das aktuelle Wachstumsverhalten der Haare, auch der Haarschaft und die Haarwurzel können durch diese Untersuchung beurteilt werden. Im Normalfalle befinden sich etwa 80% der Haare in der Wachstumsphase/Anagenhaare, weitere etwa 1% in der Übergangsphase/Katagenhaare und zudem etwa 15–20% in der Ruhephase/Telogenhaare.

Durchführung:

Das erste Haarbüschel wird ausgezogen an einer Stelle, an welcher sich das Haar bereits deutlich sichtbar lichtet. Die zweite Haarprobe dient der Kontrolle/Gegenprobe, diese wird von einer Stelle gewonnen, an welcher augenscheinlich keine Ausdünnungen im Haarstatus vorliegen. Anschließend werden die Haare unter einem Lichtmikroskop gezählt und es wird berechnet, wie viele Haare sich in der Wachstumsphase, in der Übergangs- und in der Ruhephase befinden.

Auch der sogenannte Trichoscan kommt üblicherweise zum Einsatz, hierbei prüft der Arzt, die genaue Anzahl der Haare in der Wachstumsphase und auch, wie schnell diese wachsen. Zur Durchführung eines Trichoscans wird ein kleiner Bereich auf der Kopfhaut rasiert und dadurch die erforderliche Anzahl der Haare gewonnen. Nach etwa drei Tagen werden die durch die Rasur gewonnenen Haare angefärbt und es wird eine Videoaufzeichnung angelegt bei zwanzigfacher Vergrößerung. Nun kommt eine spezielle Computer-Software unterstützend zum Einsatz. Diese berechnet die Gesamt-Haaranzahl und auch das Verhältnis der Haare zueinander, welche sich in der Wachstums- und in der Ruhephase befinden. Bei manchen Arten von Haarausfall raten Dermatologen zu einer Biopsie. Dafür wird eine örtliche Betäubung angewendet und ein kleines, ungefähr 4 mm großes Stück Gewebe von der Kopfhaut entnommen. Das so gewonnene Gewebe wird mikroskopisch untersucht, damit auf diese Weise bestimmt werden kann, welche Haarerkrankung ursächlich vorliegt.

Durch die Erstellung eines Trichogramms kann jedoch in den meisten Fällen auf eine Probebiopsie verzichtet werden.

Erblich bedingter/anlagebedingter Haarausfall - die androgenetische Alopezie

Woran kann man feststellen, ob man von der androgenetischen Alopezie betroffen ist und ob eine Haartransplantation in Betracht kommen kann? Wer bereits als junger Mann sogenannte Geheimratsecken an sich feststellen kann oder wer bereits in jungen Jahren lichte Stellen am Hinterkopf bemerkt, sollte sich zumindest schon einmal auf diese Erbkrankheit einstellen. Weiteren Aufschluss gibt unter anderem der Blick in die Familienhistorie, vielleicht hatte der Großvater, der Vater und der Onkel ebenfalls lichtes Haar und Ausdünnungen im Haarstatus? Wenn ja, dann ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass anlagebedingter Haarausfall vorliegt, die Veranlagung ist quasi schon mit in die Wiege gelegt worden. Die androgenetische Alopezie, wie diese Form von Haarausfall im Medizinwesen genannt wird, bringt den Umstand mit sich, dass die Haarzellen sensibel auf männliche Hormone reagieren. Die löst andere Beeinträchtigungen aus, beispielsweise leiden die Haarwurzeln. Sterben die Haarwurzeln ganz ab, dann kommt es zu Haarverlust und die entsprechenden Kopfhautstellen bleiben kahl.

Der erblich bedingte Haarausfall stellt sowohl bei Männern, wie auch bei Frauen (siehe auch Haarausfall bei Frauen) den häufigsten Grund für einen ausgedünnten und lichten Haarstatus dar. Dabei büßen Männer ihre Haare zuerst im Bereich der Stirn, des Oberkopfes und am Hinterkopf ein – Frauen hingegen verlieren ihre Haare zumeist als Erstes entlang des Mittelscheitels. Am Markt werden unzählige Mittel und Produkte gegen Haarausfall beworben, alle versprechen Abhilfe: Viele spezielle Mixturen namhafter Pharmakonzerne, darüber hinaus aber auch Biotin, Panthenol, Zink, Vitamine, Algen, Phytoflavonoide oder Traubenkernöl, um nur einige Beispiele aufzuzählen unter zig Empfehlungen. Erwiesen ist dabei aber nur, dass zwei Präparate den Haarausfall tatsächlich stoppen können: Tabletten mit dem Wirkstoff Finasterid (Propecia, verschreibungspflichtig) und die Minoxidil-Lösung „Regaine“, welche frei verkäuflich in Apotheken zu beziehen ist. Diese Mittel haben jedoch einen entscheidenden Nachteil: Sobald diese Mittel abgesetzt werden, verlieren sie ihre Wirkung.

Ein Mittel nur für Männer

Das verschreibungspflichtige Finasterid (Propecia) besitzt einzig eine Zulassung zur Verordnung für Männer. Bei Frauen bestehen erhebliche Einschränkungen, denn bei älteren Frauen ist das Arzneimittel wirkungslos und für Schwangere ist es gefährlich, denn der Wirkstoff schädigt männliche Föten. Korrekt angewendet hindert Finasterid ein wichtiges Eiweißmolekül daran, das Sexualhormon Testosteron in der Kopfhaut umzuwandeln, dies führt zu dem Ergebnis: Das Testosteron verursacht keinen Haarausfall mehr. Untersuchungen über einen Zeitraum von fünf Jahren hinweg bestätigen diese Wirkung, aus den Studien geht hervor, dass Finasterid den Haarausfall bei etwa 90 Prozent der Männer stoppen konnte. Darüber hinaus konnte bei jedem 2. Mann eine sichtbare Haarverdichtung innerhalb von sechs bis zwölf Monaten nach Anwendungsbeginn festgestellt werden. Die Einnahme von Finasterid bleibt jedoch nicht immer ohne Nebenwirkungen, denn in seltenen Fällen kann das Medikament zu einer Beeinträchtigung des Sexuallebens führen. Dabei sinkt das sexuelle Interesse und die Erektion ist in der Regel deutlich schwächer ausgebildet.

Stoppen des Haarausfalls

Das Internet ist voll von Versprechen und Illusionen, die bislang nicht als haltbar belegt werden konnten. Mittel, welche tatsächlich in der Lage sind, den Haarverlust durch erblich bedingten Haarausfall aufhalten oder gar stoppen zu können, stehen nur in ausgesprochen geringer Anzahl zur Verfügung. Dazu gehört u.a. das rezeptfreie, jedoch apothekenpflichtige Regaine (Minoxidil), welches das Wachstum der Haarzellen unterstützt. Die Wirkungsweise und die Anwendung dieses Mittels ist sowohl für Frauen, wie auch für Männer geeignet. Frauen verteilen eine 2%-ige Lösung zweimal täglich auf der Kopfhaut, Männer hingegen behandeln mit der 5%-igen Variante dieses Mittels. Studien zufolge ist die Wirkung von Minoxidil/Regaine belegt. Es heißt, der Haarausfall konnte sogar bei 80% der von Haarausfall betroffenen Beteiligten Erfolge erzielen. Darüber hinaus verdichtete sich das Haar deutlich bei jeder 5. Frau.

Regaine/Minoxidil verursacht jedoch bei einigen Anwendern Nebenwirkungen. Diese zeigen sich insbesondere dadurch, dass die Kopfhaut juckt und Rötungen aufweist. Als weitere Beeinträchtigung stellt sich bei einigen Anwendern ein vermehrter Haarwuchs im Gesicht ein, dies jedoch tritt vergleichsweise eher selten auf. In der Schwangerschaft und Stillzeit muss von einer Behandlung mit Regaine/Minoxidil abgesehen werden. Auch Personen mit Herzrhythmusstörungen, niedrigem Blutdruck oder Migräne sollten vor Beginn einer Behandlung zuerst den behandelnden Arzt aufsuchen und abklären lassen, ob eine Anwendung im individuellen Falle infrage kommen kann. Man sollte diesbezüglich immer im Hinterkopf behalten, dass man sich zum Einsatz gegen Haarausfall quasi eine Nebenwirkung von Minoxidil zunutze macht und dieser Wirkstoff eigentlich zur Behandlung bei sonst therapieresistentem Bluthochdruck entwickelt wurde. Daher ist eine sorgsame Anwendung unter Berücksichtigung der eigenen Gesundheitsanamnese immer anzuraten. Als Faustregel gilt: Minoxidil soll bei Männern lediglich im Alter zwischen 18 und 49 Jahren Anwendung finden. Für Frauen gilt ebenfalls ein frühester Behandlungsbeginn im alter von 18 Jahren.

Minoxidil/Regaine ist lediglich geeignet für die Behandlung von hormonell bedingtem Haarausfall. Beispiele der verfügbaren Präparate zur Behandlung:

Handelsname, Wirkstoff, Zusammensetzung und Darreichung

Regaine Frauen, Minoxidil 20 mg Regaine Männer, Minoxidil 50 mg Lösung zum Auftragen, jeweils 60 ml Quelle: http://www.test.de/medikament

Weiterhin können sogenannte Antiandrogene gegen Haarausfall helfen, einige Frauen konnten eine Wirksamkeit nachweisen. Leider kann man sich zum offiziellen Beleg über diese Wirksamkeit aber keiner großen Studie bedienen. Außerdem steigt mit der Einnahme derartiger Antiandrogene auch das Risiko, an Gewicht zuzunehmen und an Thrombose oder Embolie zu erkranken – insbesondere gilt dies für Raucherinnen.

Kreisrunder Haarausfall – Alopecia Areata (mit unterschiedlichen Erscheinungsformen)

Betroffene von kreisrundem Haarausfall haben es zumeist besonders schlimm getroffen. Oftmals tritt der Haarverlust quasi über Nacht auf, es fallen büschelweise Haare aus und die Kopfhaut ist an diesen Stellen komplett kahl in einem zumeist kreisrunden Areal. Um diese Bereiche herum säumen sich kurze Haare, welche zur Spitze hin immer dünner werden – man nennt diese Haare auch die sogenannten „Ausrufezeichen-Haare“. Weiterhin kann es vorkommen, dass auch das gesamte Kopfhaar ausfällt einschließlich der Augenbrauen und Wimpern, diese Autoimmunerkrankung kann unterschiedlich ausgeprägt sein. In seltenen Fällen verliert der Betroffene auch die Körperbehaarung und bekommt rauhe Fingernägel, welche von Rillen und Dellen durchsetzt sind. Es besteht allerdings Hoffnung auf Spontanheilung, denn bei jedem 3. Betroffenen wachsen die kahlen Stellen auf dem Kopf innerhalb eines halben Jahres ohne besondere Maßnahmen von selbst wieder zu. Jeder 2. Betroffene erlebt eine Besserung nach einem Jahr. Es gibt jedoch auch eine Rückfallquote, denn leider müssen Betroffene damit rechnen, dass die Erkrankung wieder auftreten kann.

Laut Expertenmeinung geht man davon aus, dass um die 1-2% der menschlichen Bevölkerung irgendwann im Leben einmal an kreisrundem Haarausfall leiden – dabei sowohl Männer, wie auch Frauen in allen Altersgruppen. Die Bestimmung der Ursache für kreisrunden Haarausfall ist in der Fachwelt sehr umstritten und nicht einheitlich definiert. Man geht allerdings davon aus, dass eine Autoimmunerkrankung vorliegt, welche man sich laienhaft in der Auswirkung vorstellen kann, als wolle der eigene Körper gegen die Haarwurzel-Zellen ankämpfen – als analysiere der Körper diese als Fremdkörper. Das Abwehrsystem nimmt seine Arbeit auf und die Immunzellen agieren gegen die Haarzellen. Die Folge: Die Haarfollikel entzünden sich und die Haare fallen aus.

Wissenschaftler haben in den vergangenen Jahren viele Studien durchgeführt, um die Wirksamkeit unter anderem von etlichen Entzündungshemmern zu testen. Auch die Behandlung mit unterschiedlichen Lasern wurde analysiert. Eine Standardtherapie gegen kreisrunden Haarausfall konnte jedoch noch nicht gefunden werden. Wer lediglich unter kahlen Stellen auf dem Kopf leidet, kann möglicherweise mit einer 3-monatigen Zinkkur Abhilfe bekommen, denn dieses Spurenelement soll das Immunsystem stimulieren.

Weiterhin werden einige andere Therapien probiert, dies jedoch ebenfalls nicht mit belegbaren und bahnbrechenden Erfolgen, so dass sie wirklich für jeden Betroffenen eine Hilfestellung darstellen könnten.

Haarausfall mit diffusem Ausfallmuster

Langsam, aber unaufhörlich, fallen mehr Haare aus, als man ,it saisonalem Haarausfall rechtfertigen könnte. Der Haarausfall betrifft den gesamten Kopfbereich, nach und nach scheint sogar schon hier und dort die Kopfhaut durch – dann liegt wahrscheinlich Haarausfall mit diffusem Ausfallmuster vor. Manche erleben eine Besserung, ohne besondere Maßnahmen zu ergreifen, denn die Haare an sich sind nicht krankhaft betroffen, sondern es liegt lediglich ein Grund vor, welcher das Wachstum der Haare beeinträchtigt. Dies kommt allerdings nicht sehr häufig vor. Andere Betroffene jedoch haben nicht so viel Glück und verlieren einen erheblichen Teil ihres Kopfhaares, bis Besserung eintritt. Hierfür kann eine Krankheit die Ursache sein, aber auch ein Eisenmangel oder unter anderem ein Mangel an Eiweiß. Ebenso kann beispielsweise hohes Fieber Haarausfall auslösen oder auch Operationen und sogenannte Crash-Diäten sind ursächlich für den Haarausfall verantwortlich. Oftmals ist es sogar renommierten Dermatologie-Experten nicht möglich, die Ursache für den Haarausfall zu ergründen. Heute weiß man, bei Frauen kann auch die androgenetische Alopezie (erblich bedingter Haarausfall) unter Umständen mit diffusem Ausfallmuster einher gehen, dies aber auch nur in seltenen Fällen. Für diese Form des Haarausfalls kommen außerdem auch infrage:

- Infektionen, wie beispielsweise Grippe oder Tuberkulose
- Eine Funktionsstörung der Schilddrüse
- Hormonelle Veränderungen nach der Geburt oder nach Absetzen der Pille
- Medikamente, zum Beispiel bei einer Chemotherapie oder eine blutverdünnende Heparinbehandlung
- Vergiftungen oder Umwelteinflüsse
- Stress und psychische Beeinträchtigungen

Die Untersuchungen zur Ergründung der Ursache sind teils sehr umfangreich und langwierig aufgrund der Fülle an möglichen Auslösern. Zunächst wird im Arztgespräch abgeklärt, ob Medikamente eingenommen werden – und um welche es sich handelt. Eine Blutuntersuchung soll weiteren Aufschluss bringen, beispielsweise zu Mangelerscheinungen oder auch Schilddrüsen-Funktionsstörungen. Weitere Schritte sind ein Trichogramm und ein Trichoscan. Mittels dieser lichtmikroskopischen Untersuchung kann festgestellt werden, wie viele Ihrer Haare gerade wachsen und wie viele sich in der Ruhephase befinden - das Ergebnis zeigt das Ausmaß des Haarausfalls auf. Konnte die Ursache für den Haarausfall ermittelt werden, dann kann sich eine gezielte Behandlung anschließen. Resultiert der Haarausfall aus der Einnahme eines Arzneimittels, wird der Arzt eine Umstellung der Medikamentierung empfehlen. Liegt Eisenmangel vor, kann die Einnahme eines Eisenpräparates Abhilfe schaffen. Bewegen sich die Schilddrüsenwerte abseits der Norm, kann eine spezielle Schilddrüsendiagnostik weitere Erkenntnisse bringen, dies jedoch in einer darauf spezialisierten Radiologie-Praxis. In der Regel wachsen die Haare wieder nach und die lichten Stellen verschwinden von alleine, sofern eine gezielte Behandlung aufgenommen wurde, um einen Mangel oder eine Funktionsstörung zu beheben. Sollten alle Untersuchungen kein genaues Ergebnis bringen und die Ursache für den Haarausfall weiterhin unklar sein, können weitere dermatologische Untersuchungen (beispielsweise in einer speziellen Haarsprechstunde) Aufschluss geben, ob erblich bedingter Haarausfall für den Haarausfall verantwortlich ist.

Vernarbender Haarausfall - Narbiger Haarausfall

Bei vernarbendem Haarausfall sind die Prognosen hingegen schlechter. Spricht der Arzt von narbigem/vernarbendem Haarausfall, bedeutet dies leider, dass die Haare nicht nachwachsen werden. An den Kopfhautstellen, an welchen Haar ausgefallen ist, bilden sich Narben, Pusteln, Schuppen oder haarlose Flecken. Diese zumeist rund ausgebildeten Narben schauen oftmals ein wenig blass aus und sind außen von einem entzündlich rot gefärbten Rand umgeben. Wo liegt die Ursache für diese Narbenbildung? Diese Narben entstehen, da in den Haarstammzellen Entzündungen entstehen, bevor die Haare ausfallen. Diese Entzündungen befinden sich in den Haarwurzeln am unteren Ende der schmalen Haartunnel, welche in Fachkreisen als Haarfollikel bezeichnet werden. Die Haarstammzellen regeln das Wachstum der Haare, werden die Haarfollikel jedoch durch die Entzündungen zerstört, gehen diese irreparabel ein und eine vernarbte Kopfhaut bleibt zurück. Die Mikro-Entzündungen können unter anderem eine Folge sein von:

- Hautschädigungen und/oder Hautverletzungen
- Verbrennungen, Verbrühungen oder auch Verätzungen
- Autoimmunerkrankungen, beispielsweise von Lupus Erythematodes
- Infektionen durch Viren oder Bakterien oder von Pilzerkrankungen
- Tumorbedingtem Haarausfall, beispielsweise durch Basaliomen und Tochtergeschwülste

Es gelingt in manchen Fällen, die Entzündungen rechtzeitig zu stoppen durch Beruhigung des Immunsystems durch eine entsprechende Behandlung. Hierbei durch Antibiotika, virushemmende Mittel oder unter anderem beispielsweise Kortisonsalbungen. Kortison in Tablettenform wird eher selten verordnet, diese kommen in der Regel nur in sehr schweren Fällen zur Anwendung, da die Gefahr von nicht unerheblichen Nebenwirkungen besteht, wenn die Tabletten über einen längeren Zeitraum hinweg eingenommen werden. Diese Behandlung soll verhindern, dass die Haarfollikel gänzlich absterben und Narben hinterlassen. Sehr wichtig ist dabei im Vorfeld der Behandlung, dass der Arzt konkreten und gesicherten Aufschluss über die Krankheit erhält. Dazu dient oftmals eine Gewebeprobe der Kopfhaut. Darüber hinaus wird der Dermatologe die gesamte Haut des Betroffenen gründlich sichten, wie auch die Fingernägel und Mundschleimhaut untersuchen. Zur Dokumentation des Patientenfalles wird Fotomaterial angefertigt und die betroffenen Areale werden exakt vermessen. Auf diese Weise kann sichergestellt werden, dass der weitere Verlauf beobachtet und in der Entwicklung immer wieder aktuell ausgewertet werden kann.

Der Wirkstoff 17-alpha-Estradiol zur Haarausfall-Behandlung

Estradiol (in deutscher Sprache als Östradiol bekannt und teils auch als E2 bezeichnet) ist ein Sexualhormon. Neben Estron und Estriol ist es eines der wichtigsten natürlichen Estrogene/Östrogene. 17-alpha-Estradiol gehört zu diesen Östrogenen, wirkt dabei allerdings nur sehr schwach hormonell, vielmehr wird hierbei das Enzym 5-alpha-Reduktase gehemmt. Dieses ist dafür verantwortlich, dass aus dem männlichen Geschlechtshormon Testosteron das wirksamere Dihydrotestosteron entsteht. Es liegt bei Männern und Frauen gleichermaßen vor und kann den Haarwuchs beeinträchtigen, indem die Haarwurzeln behindert werden und somit Haarausfall entsteht. Bei einer Behandlung mit 17-alpha-Estradiol soll dies blockiert werden, so dass die Haarausfallursache ausgeschaltet ist und wieder vermehrt Haare wachsen können. Eine therapeutische Wirkung von 17-alpha-Estradiol gegen Haarausfall konnte bis dato nicht sicher und ausreichend nachgewiesen werden. Mittel mit diesem Wirkstoff können daher nicht als empfohlene Therapie gegen alle Formen des Haarausfalls bezeichnet werden. Eine Anwendung findet 17-alpha-Estradiol bislang zumeist nur, wenn es darum geht, bei Frauen oder auch Männern eine Stabilisierung bei erblich bedingtem Haarausfall zu erreichen.

Risiken und Nebenwirkungen von 17-alpha-Estradiol

Dieses Mittel enthält einen Alkoholanteil, der sich negativ auswirken kann, insbesondere durch Rötungen auf der Kopfhaut oder auch Hautbrennen. Klingt die Hautrötung nicht ab, stellt sich zudem auch Juckreiz ein oder entwickeln sich Bläschen auf der Kopfhaut, so sollte man das Mittel unverzüglich absetzen und einen Dermatologen aufsuchen, möglicherweise liegt eine allergische Reaktion vor, welche näherer Abklärung bedarf.

Kontraindikation:

Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren ist eine Anwendung von 17-alpha-Estradiol nicht geeignet. Auch während der Schwangerschaft und Stillzeit sollte auf dieses Mittel verzichtet werden. Beispiele von Präparaten zur Behandlung:

Handelsname, Wirkstoff, Zusammensetzung und Darreichung

Ell Cranell alpha - 0,03 % , 17-alpha-Estradiol 0,25 mg Lösung zum Auftragen, 100 ml Pantostin,  17-alpha-Estradiol 0,25 mg Lösung zum Auftragen, 100 ml

Quelle: http://www.test.de/medikament

Es stehen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung, um dem Haarausfall zunächst einmal und versuchsweise den Kampf anzusagen. Handelt es sich jedoch um androgenetische Alopezie (erblich bedingten Haarausfall), ist die Aussicht auf eine vollständige Heilung und dauerhaft volles Haar nicht gegeben. Das „Wundermittel“ gegen diese Form von Haarausfall ist noch nicht gefunden, Therapien haben sich bis dato in aller Regel lediglich temporär mit einer Verbesserung ausgewirkt.

Die zum derzeitigen Zeitpunkt effizienteste und nachhaltig lohnendste Option, um wieder volles Haar zu erhalten, ist eine Haartransplantation (Eigenhaarverpflanzung).

Die bei einer Haartransplantation entnommenen und im Empfangsbereich implantierten Haare sind resistent gegen erblich bedingten Haarausfall, daher stellt diese Möglichkeit die fortschrittlichste Abhilfe dar – nebenwirkungsfrei und dauerhaft.



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